"Romantiker sind keine Verlierer, Romantiker sind Menschen die Emotionalität begriffen haben." (Radio-Interview)

PBB Abschluß: Joachim Witt, kranker Kämpfer in der Kanalisation

Joachim Witt PromiBB Kanalisation… und dann fiel er ab: Nachdem Joachim die erste Zeit komplett im Luxusbereich verbringen konnte, wurde er vom großen Bruder via Blitzvoting in den Keller geschickt. Freiwillig? Never…! Dann eben unfreiwillig. Schließlich soll jeder mal in den Genuß kommen, die sozialsten Bewohner des BB-Hauses kennenzulernen: Die Kanalratten. Leider kam niemand auf die Idee, die possierlichen Tierchen mal mit einem Stück Möhre zu beglücken. Sie fanden generell kaum Beachtung – machten sich aber auch nicht weiter bemerkbar.

Wo versteckt sich Gott?

Das fragt sich sicherlich so mancher, der in unserer Gesellschaft ganz unten gestrandet ist. In Klamotten, die irgendwo zusammengesucht sind, weder richtig passen noch modisch oder chic und vom persönlichen Geschmack Lichtjahre entfernt sind. Dazu noch eine angeschlagene Gesundheit, stickige Luft und triste Umgebung. Der Mensch leidet. Oben wird gefeiert. Eben gehörte man noch dazu – oder doch nicht? Minuten später ist man schon vergessen, steckt fest in einer scheinbar ausweglosen Situation. Seele im Sinkflug. Die anderen sind schon länger unten, haben sich in der Situation eingerichtet. Eine Matratze bekommt der nicht. Düstere Zeiten.

Am Boden angekommen

„Wenn meine Fans mich so sehen, wissen sie, was sie tun müssen“ – Die Kanalkeule hat zugeschlagen und heftig getroffen. Es reicht, genug! Doch als Kämpfer mit Lebenserfahrung, der mehr als einmal Höhen und Tiefen durchschritten und durchlitten hat, entwickelt Joachim schnell den gesunden Widerwillen, sich nicht unterkriegen zu lassen und kämpft, jedoch nicht mit anderen um wieder nach oben zu kommen, sondern mit sich selbst, um mit der Situation klar zu kommen. Nach wenigen Stunden hat er diesen Kampf für sich entschieden.

Supergestört und superversaut

Die nächste Challenge um den Aufstieg zeigt eindrucksvoll – wie von Big Brother angekündigt – wer Teamplayer oder Egoist ist. Ein Mathematisch schnell zu überschlagendes Spiel. 100 Chips für 4 Leute – das macht pro Nase 25 Chips. Wer mehr als 25 setzt, nimmt einem anderen seine Chance. Soweit die Rechnung für oben. Die Rechnung für unten sieht anders aus. Da muss es klar sein, dass einer „geopfert“ werden muss. Mit seinem zurückhaltenden Einsatz von 4 Chips (!) setzt Joachim – der Einzelgänger – ein mehr als deutliches Zeichen und ebnet den Weg, so dass alle anderen drei seines Teams eine gute Chance auf den Aufstieg haben. Kontrastreich setzt sein Gegenüber, der Sportler mit Mannschaftsgeist (so sollte man meinen) deutlich mehr als seine 25 Chips und bringt die Nachfolgenden in die Bredouille und geht als gefeierter Sieger der Challenge wieder nach oben. Ein Aspekt, den im Nachhinein niemand mehr beachtet – auch die nicht, die Nutznießer von Joachims Geste geworden sind. Aber uppps… das ist ja nur eine gewesen! Somit hatten die beiden Nachfolgenden wieder die A…karte und konnten nicht mehr erkennen, was gelaufen ist. Natascha – „Teamplayer“ aus der Basler -Clique. Jetzt weiß man also, wohin einen asoziales Verhalten bringt. Richtig. Nach München Grünwald.

Der Verlierer

Noch einen Tag kann Joachim der Dauernominierung standhalten, dann verlieren seine Fans das Duell des Dauertelefonierens. Einige werden wohl eine gesalzene Rechnung erhalten, hätten ihn doch alle gern auf dem „Thron“ gesehen, als Gewinner. So ist er einer der vielen Verlierer des Spiels. Verlierer? Was hat er verloren? NUR DAS SPIEL. Seine Würde, seinen Anstand und sein feines Gespür für Gerechtigkeit hat er behalten. Den Respekt, den ihm seine Fans entgegenbringen, sowieso. Gewonnen hat er an Erfahrung, Selbsterkenntnis und vielleicht die Aufmerksamkeit des ein oder anderen Menschen, der ähnlich denkt und handelt. Denn dringend ist nun mal der Schulterschluss gegen der Werte Wertverlust.

Fazit

Ein Experiment geht zu Ende. Meine Meinung zu Big Brother hat sich in einigen Bereichen verändert. Was man daraus macht, hängt sicherlich auch vom Betrachter ab. Die Erkenntnisse sind nicht unbedingt neu, aber die Posse im Kleinen bestätigt die Sicht auf das Große. Veränderung muss von unten kommen, oben denkt nicht mal darüber nach und lässt es sich gut gehen.

#PromiBB : Halbzeit im Container | Loyalität vs. Niveau | Joachim im Glück

Meine Wiese ist nur noch grün… alle Gänseblümchen sind durchgezupft – gucke ich #promibb – gucke ich es nicht – oder doch…? oder nicht….

Joachim Witt bei Promi Big Brother

Ja, sicher, natürlich, selbstverständlich!

Was soll die schnöde Selbstkasteiung, das Winden des Niveaus wegen, vorbei die Pflege der Vorurteile und kopfüber hinein in den 24 Stunden Live-Stream, tief unten in der untersten Schublade, da wo man die lange vermisste, verstaubte Einzelsocke findet. Wird es mich töten? Ich halte die Luft an und finde mich irgendwann mitten in der schwappenden Suppe aus oben und unten. Prustend schaue ich mich um entdecke nach und nach die Protagonisten des Exhibitionismus-Spektakels. Ah, und da ist auch Joachim. Schön Dich zu sehen. Ich freu mich, nicht ohne gemischte Gefühle… wohin führt das alles hier?

Die Skandalnudel

Ah, da ist sie ja, die klischeehafte Karikatur einer Frau, die dumm nervende, großmäulige Heulsuse, die in der Kanalisation für Stimmung sorgt. Edona. Ein bisschen Sex, Transgender, skandalsuchend und dauerbeleidigt. Das, was der Sendung den Ruf einbringt… wobei es nervende Skandalnudeln auch früher schon gegeben hat. Nur deutlicher als Rolle erkennbar. Wer ist alles da, wer ist wo und wer ist wer… es dauert einige Zeit, bis man alle sortiert hat. Eine bunte Mischung Mensch mit der Gemeinsamkeit des Promi-Status. Herren und Damen, introvertiert und extrovertiert, mit exorbitantem Ego oder eher zurückhaltender Natur. Soweit, so gut. Und jetzt?

Verschwendung von Lebenszeit

Der erste Eindruck – es geht nur um Effekthascherei auf unterstem Niveau – scheint sich zu bestätigen. Den Unterhaltungen zu folgen scheint eine schier unglaubliche Verschwendung von Lebenszeit. Oben läuft es zumeist zivilisiert, unten eher kanalisiert. Der Gossenjargon lässt nicht lange auf sich warten in den Katakomben. Oben hui, unten pfui – das scheint sich auch auf den menschlichen Besatz auszuwirken. Muschi-Beschau und die umfangreiche Schilderung von diversen OPs – gekrönt von den unsäglichen Kommentaren der Moderatoren und der boshaften Berufslästerzunge Desiree Nick. Ich hab den Griff der Schublade ganz unten schon in der Hand und überlege, den Container und alles was dazu gehört verschwinden zu lassen. Nur diesmal steckt da ein Joachim Witt mit drin… Mist!

Am Haken der Neugier

Es fällt schwer, gedanklich wegzukommen. Was machen die wohl jetzt? Ist Joachim wohl schon wach? Trinkt er Tee oder Kaffee zum Frühstück? Das Gedankenkarussell nimmt fahrt auf. Ich will es wissen. Stand da nicht was von Streaming? Eine halbe Stunde später ist alles zu spät.

Ups… doch anders…

Schnell sortiere ich die Bewohner in ihre Schubladen. Sympathisch – unsympathisch, ordentlich, ordinär, stark oder schwach, dumm oder pfiffig. So, jetzt weiß ich ja alles und kann doch eigentlich ausschalten…. dann werden die Karten neu gemischt, die Gruppen verändert und es entstehen neue Konstellationen und neue Eindrücke. Wer eben noch gelassen war, ist plötzlich unwirsch, wer gerade noch gezickt hat entspannt sich spontan. War wohl nix mit Schublade. Zeit für den zweiten Eindruck – und die Erkenntnis, dass ich immer noch zu schnell urteile. Nur Edona nervt irgendwie immer. Ist wohl ihr Job. Oder? Und während ich noch darüber nachsinne, ob es sei ihr vorgeschrieben wird, ist sie plötzlich aus dem Haus verschwunden. Zu viele Regelverstöße. Und tschüss.

Hunger Games

Der wohl entscheidendste Unterschied zwischen oben und unten ist die stark eingeschränkte Zufuhr von Lebensmitteln. Verwöhnte Wohlstandskinder erleben den Zustand, Hunger zu haben. Etwas, was doch zu Anspannung und blanken Nerven führt. Ungewaschene Haare, Wurzelgemüse und eine deprimierend graue Umgebung ohne Tageslicht und frische Luft sind die weiteren Herausforderungen. Jetzt noch Giftgas und Bomben und dann bekämen die Kellerkinder Flüchtlingsimpressionen. Ich überlege, wen man da noch zu EQ-Bildungszwecken hineinstecken müsste. Etwas theoretisch zu durchdenken und tatsächlich zu erleben ist deutlich erkennbar ein erheblicher Unterschied.
Als Kontrast wird im oberen Bereich mit Lebensmitteln gematscht und gespielt. Dekadenz, Gedankenlosigkeit und Desinteresse. Ein schöner Spiegel der Gesellschaft, Inspiration zum Nachdenken. Was macht es mit uns als Mensch, wenn wir oben sind, welche Chancen haben wir, wenn wir von unten kommen… ungewollte oder gewollte Gesellschaftskritik?

Joachim im Glück

Joachim kennt die Kanalisation nur aus Erzählungen, ein Erfahrungsdefizit, dass er lieber hinnimmt als ausgleichen möchte. Wohl schon aus hygienischen Gründen und aufgrund der noch engeren Situation mit fremden Menschen. Zeitweilig erweckt es den Eindruck, dass ihn Smalltalk, fettes Leben und Untätigkeit stark langweilen und er ausgiebige Gedankenspaziergänge unternimmt – hin zur heutigen Veröffentlichung des Albums Thron, zur Frage, was draußen wohl gerade läuft, was er mit der Zeit alles hätte anfangen können, die er hier sitzt und zerredet, bzw. zerreden lässt. Vom üblichen kreativen Output getrennt lässt er die Situation auf sich wirken, läuft im Aufnahmemodus, hört zu, kommentiert spärlich. Man erlebt als Zuschauer Joachim so, wie er auch bei persönlichen Begegnungen zu erleben ist. Ruhig, zurückhaltend, eher introvertiert. Und trotzdem er so wenig laut, schrill oder dominant auftritt, findet er mit Ruhe und Souveränität seinen Platz in der bunten Mischung. Vielleicht ist Schwarz ja doch eine Farbe.

2016 #PromiBB #Promibigbrother #pbbjoachim #pbbjoachimwitt

Aus der Nervenklinik in den Container…. Joachim Witt bei Big Brother

witt-konzert-2016Da hat unser kritisch-sensibler Ausnahmekünstler mal wieder Fakten geschaffen, uns im Sessel wachgerüttelt und einen Weg eingeschlagen, dem doch einige nur widerwillig oder am liebsten gar nicht folgen wollen: Den Weg in den Container, Big Brother. Die durchaus umstrittene Sendung polarisiert. Toll oder total daneben? Wir werden es wissen, wenn es vorbei ist. Wer mitreden will, muss mitschauen.

Big Brother – der große Bruder

George Orwell schuf in seinem Roman „1984“ schon 1949 – in Joachim Witts Geburtsjahr – den Begriff „Big Brother“, der große Bruder. Jemand, mit dem man vertraut ist, der wie selbstverständlich zur Familie gehört, der „irgendwie immer dabei“ ist und einen auf Schritt und Tritt beobachtet – und im Ernstfall nach Belieben bei den Eltern anschwärzt. Im Roman dient die totale Überwachung ohne jegliches Privatleben durch Big Brother als Werkzeug zur Stabilisierung eines totalitären Staates.

„Ich hab die Zukunft eingeholt, doch sie hat mir den Arsch versohlt“

(Zitat: Träume, die kein Wind verweht, Album Bayreuth 1)
Joachim Witt Auftritt 2016Was zu George Orwells Zeiten ein düsterer Blick in die Zukunft war, wurde für uns peu-a-peu Realität. Wer jemals bei Live-Hacking dabei war und weiß, wie schnell man Zugriff auf fremde Smartphones, Kameras, Webcams erhält, der weiß, dass wir von George Orwells Zukunftsvision nicht mehr weit entfernt sind. Und von der Möglichkeit durch Überwachung mal abgesehen, zeichnen wir in sozialen Medien ein ebenfalls recht deutliches Bild. Nur die Freunde sehen es… oder??? Smartphones übermitteln Bewegungsmuster, Social Media-Seiten registrieren persönliche Verbindungen, Online-Käufe registrieren deine Vorlieben. Gibt es noch irgendeinen Kontakt, einen Ort, einen Wunsch der nicht virtuell erfasst wird? Die Gedanken sind frei… sicher? Kameras registrieren Gefühlsregungen… wenn Du lächelst, macht es klick – das ist die grobe Version.

Big Brother vs. Big Brother

Die Gemeinsamkeiten von Big Brother und Big Brother erschöpfen sich in der totalen Überwachung und der nicht vorhandenen Privatsphäre. Daher also die Ableitung des Titels. Im Sendeformat nimmt der Zuschauer scheinbar die Rolle des Big Brother ein – des alles Beobachtenden. Da das je nach Bewohner unter Umständen doch schnell langweilig werden könnte, wird die Situation künstlich ungemütlich oder gemütlich gestaltet, Aufgaben gestellt, Szenen ausgefiltert und kommentiert und so komprimiert wiedergegeben, das das voyeuristische Hirn, die sensationslüsterne Seele oder die schadenfreudige Natur voll auf ihre Kosten kommen. Zudem erhält der Zuschauer eine gewisse Macht durch das „rauswählen“ unbeliebter Kandidaten. Soweit die angelesene Theorie (ohne Gewähr).

Äi, lass das sein, Joachim, Du bist wohl ganz versessen…

(freies Zitat, Herbergsvater, Album Edelweiss)
Das haben wohl viele gedacht, als sie von der Teilnahme hörten. Und über die Gründe spekuliert. Geld? Vielleicht… Publicity? Möglicherweise… Exhibitionismus? Gehört für einen Schauspieler in gewisser Weise dazu… Den eigentlichen Grund unseres Herbergsvaters vermute ich jedoch in der Erfahrung, die ihn reizt. Sich selbst in eine unbequeme Situation begeben, die Komfortzone erweitern, das Risiko austesten und dabei ganz auf die eigene Person, die eigene Stärke vertrauen. Witt ist Witt.
Wer sich also fragt, was der Container aus Witt macht, sollte die Frage kurz umstellen: Was macht Joachim Witt aus dem Container?
Und mit dieser Frage, einem Gruß an Joachim und einem weiteren Zitat beenden wir die Vorschau auf das, was noch kommen mag: „Ja, ja – so ist es gut – bring‘ Dich in Form und mach Dir Mut – die Zeit ist so, dass es kein anderer mehr für Dich tut“ (Zitat aus Inflation im Paradies, Album Edelweiß)

Lebe Dein Leben – Rückblick in die 80er

Zum neuen Album Thron wurde am 25.08. das erste offizielle Video veröffentlicht. Ausgewählt wurde dafür der Titel „Lebe Dein Leben“. Ein Song wie ein wohlwollendes Gespräch unter Freunden.

Lebe Dein Leben - VideoMarcel Gothow, der schon einige Witt-Clips kreiert hat, nimmt den Betrachter mit in die 80er, die Zeit der „12 roten Hemden und schwarzen Hosen“, Plattenspieler und Super-8 Kamera machen deutlich, dass die lebensfrohe (Liebes-) Geschichte in der Vergangenheit spielt. Ein Tagebuch wirkt als Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft.

Szenen, wie sie beim Lesen des Tagebuchs im Kopfkino laufen könnten skizzieren Situationen aus dem gelebten Leben des Joachim Witt. Erinnerungen an eine Liebe, an Auftritte in den 80ern, an den besonderen Tanzstil. Konsequent bleiben die Einblicke dabei im positiven, glücklichen Bereich. Ein versöhnlicher Rückblick mit dem Fazit „Lebe Dein Leben – hör auf Dein Herz“. Alles ist so in Ordnung, wie es gewesen ist. Letztendlich bleiben die guten Momente, die glücklichen Gefühle, die schönen Bilder.

Allein die Zeile „Wirst Dich erholen vom Herbst“ deutet an, dass es auch andere Aspekte gab oder gibt. Das Thema Herbst als Metapher für das älter werden oder alt sein mit den entsprechenden Begleiterscheinungen durchzieht die Witt-Alben („So ist der Herbst“) schon seit einiger Zeit. Möglicherweise hat es hiermit seinen Abschluss gefunden.

Joachim Witt – Thron

Joachim Witt
Joachim Witt hat sich im Laufe der Dekaden einen Ausnahmestatus unter Deutschlands Musikern erarbeitet. Er darf ungeniert Genres wechseln, Stile mischen und sich selbst immer wieder neu erfinden, ganz, wie ihm der Sinn steht – seine Fans bleiben ihm treu.
Weil sie wissen, dass sich hinter dem künstlerischen Wandel noch immer derselbe Mensch verbirgt. Ein Mensch, der – genau wie wir – durch alle Stimmungslagen getrieben wird. Joachim Witt vermag es jedoch wie kein Zweiter, sie mit ungebremster Intensität zu vermitteln.
Deshalb ist es auch bei seinem inzwischen 16. Studioalbum „Thron“ gar nicht notwendig, sich erst umständlich auf die Musik einlassen zu müssen – Witt packt einen mühelos dort, wo es weh- oder wohltut.

Schwierige Zeiten

Es ist, wie er sagt, zu weiten Teilen ein Album für die schwierige Zeit, in der wir leben. Kampfgeist und Beinahe-Resignation liegen auf Witts „Thron“ dicht beieinander. „Du wirst dich erholen vom Herbst“, versichert er im Song „Lebe dein Leben“; ein Satz, der in seinem Minimalismus die ganze Wahrheit des Prinzips Hoffnung umschreibt.
Unterschwelliger Humor darf natürlich auf keiner Witt-Platte fehlen: Wenn Joachim zu zwingenden Mosh-Rhythmen „Alle nicken“ singt, ist das als selbstironischer Verweis auf seine „Bayreuth“-Trilogie zu verstehen.
Auch wenn Joachim Witt sich mit den neuen Songs auf keine eindeutige Soundkategorie festlegen lässt, klingt „Thron“ mit all seiner Intensivität und auch Intimität wie ein in sich fest geschlossenes Werk – mit vielen Facetten.
Witt - Thron

Das gute, alte Melotron

darf in mehreren Songs den Klangteppich auslegen; es gibt ausgiebige Gitarrensoli, auf die ein David Gilmour stolz wäre. In „Tag für Tag“ greift Witt in den Strophen zu eher jazztypischen Harmonien (Stichwort „maj7“), um dann einen Powerchord-Refrain zu präsentieren, für den der nicht 1:1 übersetzbare Begriff „epic“ am treffendsten ist. Hier trifft großes Können auf spielerische Freiheit.
Zusammen mit Produzent und Mitautor Bassel Hallak hat Joachim Witt ein Album aus dem Boden gestampft, dass so stimmig und rund geworden ist, als habe er Jahre der Planung damit verbracht.

„Thron“ von Joachim Witt erscheint am 09.09.2016 – jetzt vorbestellen!

TOURTERMINE:

26.01.2017 Hannover – Musikzentrum
27.01.2017 Leipzig – Täubchenthal
28.01.2017 Dresden – Beatpol
03.02.2017 Hamburg – Grünspan
04.02.2017 Berlin – Lido
09.02.2017 Frankfurt – Nachtleben
10.02.2017 Köln – Essigfabrik
11.02.2017 Bochum – Matrix

Das neue Album Thron bei Pledgemusic

Witt - Thron Seit der Ankündigung der Veröffentlichung des neuen Joachim Witt – Albums „Thron“ mit Unterstützung von Pledgemusic warten die Fans schon ungeduldig auf Raritäten und Gelegenheiten. Wieder wurde interessante Fan-Artikel zusammengestellt, die zur Zeit schon kräftig durchstöbert werden.
Da einiges nur wenige Male vorhanden ist, hier erst einmal der Link: Joachim Witt bei Pledgemusic.

Viel Spaß beim Vorbestellen!


Update: …noch keine 24 Stunden rum und schon über 25% erreicht! Vergesst nicht, immer mal wieder im Pledge-Shop vorbeizuschauen, da zwischendurch auch neue Artikel hinzugefügt werden können. Manche sind einmalig – da braucht es auch ein Quentchen Glück. Freuen wir uns auf die Dinge, die da kommen und auf das schnelle Erreichen des Pledge-Ziels. (das wäre doch mal eine deutliche Aussage, lange vor dem Ablauf der 60 Tage die 100% Marke zu überschreiten – was sag ich – zu überfliegen..!!!)

15 Jahre joachimwitt.com

Jubiläum verschlafen… guten Morgen!

Da hat man schon mal ein Jubiläum – und schon ist’s vorbei. Und zwar ohne, dass man es gemerkt hat. Der 10. Januar 2016 – 15 Jahre joachimwitt.com.

Aktiv waren die Fans schon vorher

Screenshot joachimwitt.com… es gab einen Witt-Chat mit Manuel und es war ziemlich aufregend, sich endlich durch die neuen Möglichkeiten des Internets mit anderen Witt-Fans kurzschließen zu können. Die dazugehörende Website und das Forum war da nur die logische Konsequenz, um dem umfassenden Werk von Joachim Witt endlich einen Platz bieten zu können und es besser sichtbar zu machen.

Joachim WER?

Unvergessen die Zeit, in der man „auf gut Glück“ in die Plattenläden der Stadt rannte, um überall nachzufragen, ob Joachim nicht etwas Neues veröffentlicht hatte. Oft genug erhielt man von den gottgleichen Experten der Schallplattenabteilungen zunächst die Antwort „Joachim WER?“ – Das änderte sich dann mit der Zeit und Häufigkeit des Nachfragens. Irgendwann kam dann eher ein genervtes „Du schon wieder? Nein, noch nichts…“. Rasender Pulsschlag, wenn es hieß „… doch, da war was. Moment, ich schau mal nach… muss ich aber bestellen. Dauert!“ Ob Joachim wohl merkt, dass seine Platten in Dortmund IMMER verkauft werden? 😉

Konzertalarm !!!

Von Konzerten und Auftritten zu erfahren war mehr als Glückssache, mit der Zeit wusste die gesamte Verwandtschaft und der Freundeskreis, dass bei Neuigkeiten von „Witt“ sofort Alarm geschlagen werden musste.

rewind play rewind play

Spontan entdeckte TV-Auftritte wurde sofort auf VHS – Kassetten festgehalten. Dabei wurde ohne Rücksicht auf Verluste überspielt, was vorher darauf war. Das gab dann seltsame Mischungen… Heinz Rühman oder Bud Spencer – plötzlich unterbrochen von Joachim Witt. Und dann hieß es Rückspulen – nochmal ansehen – rückspulen – nochmal ansehen – rückspulen – nochmal ansehen…hoffentlich hält das Material und fängt nicht an zu leiern! Das schlimmste Szenario: Wenn eine alte Witt-Aufnahme durch eine neue überspielt wurde. Heulen und Zähneklappern…!

Zurück in der Gegenwart

Heute ist das alles etwas anders… vieles ist unproblematisch verfügbar, Informationen werden gepostet, getwittert, gemailt, gepushed. Die Abhängigkeit von Radio und Platzierung in Plattenläden nicht mehr so deutlich spürbar, viele Kanäle werden genutzt. Wie wunderbar, keinen Auftritt mehr zu verpassen! Dennoch – die Spannung und Vorfreude, die „Jagd nach dem Erlkönig“ – die Nervosität und Aufregung vor einer neuen Platte – das war auch eine ziemlich geniale Zeit! Könnt ihr Euch erinnern???

Leichtmatrose feat. Joachim Witt: Hier drüben im Graben

Hallo Freunde,
bitte versendet dieses Video + Statement durch eure Mail-Verteiler!

Herzlichen Dank im Voraus!

Statement von Andreas Stitz \ Joachim Witt

zum Video Track „Hier drüben im Graben“ Leichtmatrose feat. Joachim Witt:

Wir fühlen uns als Künstler in der Verantwortung, dass schon fast abstrakte Thema „Krieg“ wieder in den Fokus zu stellen! Vielleicht auch, um es uns wieder bewusst zu machen, dass es sich hierbei um das schlimmste und verwerflichste Verhalten der Menschheit handelt.
Wir sind glücklicherweise in einer Gesellschaft aufgewachsen, in der Krieg entweder ein vergangenes oder weit entferntes Ereignis war und ist. Unsere alltäglichen und uns unmittelbar betreffenden Sorgen stehen im Vordergrund. Wir empfinden zwar Trauer und Mitgefühl, wenn wir Bilder und Nachrichten aus Kriegsgebieten in den Medien sehen, können aber nicht annähernd Nachempfinden, wie zerstörerisch und grausam es ist, direkt vom Krieg betroffen zu sein.
Wir haben bewusst kompromisslos grausame Bilder in dem Video Track benutzt, um aufzuwühlen, um zu schockieren…auch um Scham hervorzurufen…dass wir uns „Alle“ viel zu wenig mit diesem Thema beschäftigen.

Stoppt Waffenexporte in Kriegsgebiete!
Missachtet, sanktioniert und verhandelt nicht mit Kriegstreibern!
Kämpft für die Menschenrechte und nicht gegen die Menschen!
Geht wieder auf die Straße wie unsere Helden der Friedensdemonstrationen der 60/70er!

Andreas Stitz aka Leichtmatrose und Joachim Witt

Hier drüben im Graben

Text/ Lyrics:

Fast alle geblieben – die andern sind tot
hier drüben im Graben ist alles im Lot
nur Jürgen, der weint ganz leise allein
er schaut zu den Sternen und träumt von daheim

da packt uns die Sehnsucht und die Kälte der Nacht
was haben die Jahre aus uns gemacht

Komm und gib mir die Hand
und wir laufen durchs Land
uns wird niemand verzeihn‘
es wird immer so sein
all die Träume, der Schmerz
all die Toten vom März
hörst Du die Kinder schrein‘
es wird immer so sein

Fast alle erfroren
nur Du hältst mich warm
den Brief von zuhause
hält mein tauber Arm
Da packt uns der Wahnsinn
und die Kälte der Nacht
was haben die Jahre aus uns gemacht

Komm und gib mir die Hand
und begrab mich am Strand
uns wird niemand verzeihn
es wird immer so sein

alle die Träume der Schmerz
und es bricht dir das Herz
ein Soldat stirbt allein
es wird immer so sein

Jürgen hörst Du die Welt
heute bist du ein Held
morgen wieder allein
es wird immer so sein

All die Träume der Schmerz
und für immer der März
hörst Du die Kinder schrein
es wird immer so sein
es wird immer so sein

Und dann packt uns die Liebe
und die Träume der Nacht,
was haben die Jahre aus uns gemacht
und dann packt uns der Teufel
und die Götter der Nacht
was hat dieser Krieg nur aus uns gemacht

Komm und gib mir die Hand
und wir laufen durchs Land
uns wird niemand verzeihn‘
es wird immer so sein

all die Träume der Schmerz
all die Toten vom März
hörst Du die Kinder schrein‘
es wird immer so —

Schein‘, schein‘, schein‘ mein Stern,
schein‘, schein‘, schein‘ mein Stern,
schein‘, schein‘, schein‘ und hol‘ mich heim.

Schein‘, schein‘, schein‘ mein Stern,
schein‘, schein‘, schein‘ mein Stern,
schein‘, schein‘, schein‘ und hol‘ mich heim.

Die anderen sind tot!
Hier drüben im Graben ist alles im Lot…

Schein‘, schein‘, schein‘ mein Stern,
Hier drüben im Graben
Schein‘, schein‘, schein‘ mein Stern,
Hier drüben im Graben
schein‘, schein‘, schein‘ und hol‘ mich heim.
ist Alles im Lot
ist Alles im Lot

Fast Alle vergessen –
es gab keinen Grund
er zog die Pistole
und steckte sie sich in den …

Hier drüben im Graben – Downloads

Itunes
Amazon

Ein Blick zu Jürgen..

Habt ihr Jürgen bemerkt? Irrelevant wie der einzelne im Krieg ist – so erscheint unangekündigt und nicht näher erläutert zwei, drei mal Jürgen im Text des Liedes.

Jürgen hat alles überlebt, denn Jürgen ist „hier drüben im Graben“. Ein empfindsamer Junge, der von der Angst zerfressen wird, allein in der Fremde zu sterben. Krieg – den hatte er doch nicht ernst genommen, als er sich freiwillig gemeldet hat. Und nun sitzt er in der Falle und kommt nicht mehr raus. Ein ewiger Albtraum. Krieg. Misstrauen. Menschen töten. Angst. Kinder sterben sehen. Unerträgliche psychische und körperliche Belastungen.

Den Krieg hat er überlebt. Getötet hat ihn mit brutaler Präzision der Schaden, den sein Gefühlsleben genommen hat: Die Erinnerungen, das Unrecht und das Entsetzen darüber, dass es Menschen gibt, die es dulden, dass so etwas wie Krieg überhaupt möglich ist.

Krieg

Bilder vom Krieg. Aufgerissene Erde, zerstörte Häuser, schwere Fahrzeuge, Soldaten. Wie lange dauert der Krieg? Fünf, sechs, zehn Jahre? Wie weit ist er weg? 1000 Kilometer? Für die, die ihn erleben, dauert er ewig. Familienmitglieder, die im Krieg getötet wurden oder vermisst werden – sie sind jeden Tag präsent, für den Rest des Lebens. Krieg überdauert Generationen und entfaltet seine ganze zerstörerische Kraft im Leben der Menschen. Während und nach dem Krieg.

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Joachim Witt: Neues Album Thron

ThronNach ‚DOM‘, ‚Neumond‘ und ‚Ich‘ kündigt Joachim Witt ein weiteres Album dieser Reihe mit dem Arbeitstitel ‚Thron‘ an. Das Album ist in Arbeit, ein erster Titel wird bereits Live vorgestellt. Alles läuft bestens. Dann brennt das Haus und das Studio.

‚Thron‘ – ein Opfer der Flammen ?

Die Ereignisse um den Brand des Hauses von Joachim Witt lassen vermuten, dass sich das Erscheinen des Albums ‚Thron‘ zumindest verzögern wird. Es wurden Computer gerettet, das Studio jedoch ist Opfer der Flammen geworden. Neben den daraus entstehenden administrativen Aufgaben, der Neubeschaffung und der Wiedereinrichtung des Studios und eines vollständig neuen Lebensumfeldes wird es Zeit brauchen, die Ereignisse mental-emotional verarbeiten zu können. Paradoxer Weise ist genau das der Punkt, der große Erwartungen weckt.

Grenzerfahrungen

Die Authentizität und Lebensnähe sämtlicher Witt-Werke lässt die Vermutung zu, dass mit dem Haus auch ‚Thron‘ verbrannt ist. Nicht etwa, weil die Daten nicht gerettet werden konnten, sondern weil das Leben in seiner aktuellen Intensität sämtliche Empfindungen brachial überschreibt. Es wird kaum oder nur sehr schwer möglich sein, unter diesen Eindrücken an dem ursprünglichen Album weiterzuarbeiten und am bereits Geschaffenen anzuknüpfen. Die Gewalt des Geschehenen entspricht einem vollständigen Zurücksetzen: Alles auf 0.

Es wird anders

Je nach dem Produktionsstadium, in dem sich ‚Thron‘ befand, wird das Album verworfen, verändert, verschoben. Möglicherweise macht es Platz für ein Werk, das den Ereignissen Tribut zollt und selbst die Fans in der Intensität und Energie überraschen wird. Ein Werk, das Zeit braucht, das ursprünglich und kraftvoll den Weg der Menschheit von Alpha bis Omega nachzeichnet ohne je die innere Mitte zu verlassen. Die Seele brennt und gibt die Energie, Alles aus Nichts neu zu erschaffen.

Nach der Asche kommt das Leben. Stärker als je zuvor.


(Bei diesem Artikel handelt es sich um persönliche Gedankengänge. Es sind KEINE offiziellen Informationen des Künstlers.)

Joachim Witt auf „Hände hoch“ Tour

Joachim Witt ist und bleibt produktiv.

Nach dem das letzte Album „Neumond“ erst im April 2014 erschienen, gefolgt von einer ausgiebigen Tour, präsentiert Joachim Witt nun bereits den Nachfolger Release. Im Sommer diesen Jahres erscheint das Album „ICH“, auf dem sich Joachim Witt von einer ganz speziellen Seite zeigt.

Sind die Vorgänger Releases „Neumond“ und „DOM“, die beide die Top 10 der Deutschen Charts erreichten, noch in enger Zusammenarbeit mit Produzenten Teams wie Martin Engler (Mono Inc) und Mirko Schaffer (Die Ärzte) entstanden, so zeigt sich Joachim Witt auf dem neuen Werk „ICH“ komplett alleinverantwortlich für Songwriting und Produktion.
Für den Künstler Joachim Witt war es wichtig zu sehen, was ohne die Einflüsse von Produzenten aus seiner ganz eigenen Kraft und Energie entstehen kann. Mit Songs wie dem Tour-Motto „Hände hoch“, „Über das Meer“ und „Warten auf Wunder“ beweist Joachim Witt wieder einmal mehr, das er ein Ausnahmekünstler ist,
der es in keiner Schublade lange aushält und einfach das tut, was ihm gefällt.

Und so bietet das neue Album „ICH“ genau den Sound, den sich die Fans wünschen: experimentelle Klängen treffen auf Pop Musik, Gitarren auf Elektronik und über allem thront der markante Gesang von Joachim Witt.
Nach der Veröffentlichung von „ICH“ geht Joachim Witt erneut wieder auf eine ausgiebige Tour durch ganz Deutschland, bei der er natürlich wieder eine grosse Bandbreite seines Schaffens präsentieren wird mit allem, was die Fans von ihm hören wollen.

Unter dem Motto „Hände hoch“ sind Joachim Witt und seine Band hier live zu erleben:

Joachim Witt – „Hände hoch“ Tour 2015

08.10.2015 Hannover Musikzentrum
09.10.2015 Wilhelmshaven Pumpwerk
10.10.2015 Hamburg Knust
15.10.2015 Bochum Matrix
16.10.2015 Erfurt HSD
17.10.2015 Dresden Beatpol
18.10.2015 Frankfurt Batschkapp
29.10.2015 Berlin C-Club
30.10.2015 Leipzig Stadtbad

Tickets für die Hände hoch – Tour

Support: Down Below

Hier vorbestellen: THRON