"Ich grab´ meinen Kopf in die Erde ein Und laß meinen Geist in den Sternen sein Ich heb´ mein Gesicht aus dem Mutterdreck Und blas´ mit dem Wind meinen Körper weg" (Edelweiss 1982)

Einheit Joachim Witt Text Lyrics

Einheit | Text / Lyrics | Joachim Witt | Album: Thron | 2016

Hochmut kommt vor dem Fall
Signale überall
die Worte werden rauh
all überall Empfindungsstau

die Lage angespannt
die Angst hetzt durch das Land
die Menschen atmen schwer
und stehen verloren im Fahnenmeer

viele ziehen vorbei
und üben den Vergeltungsschrei
Wut und Verzweiflung kann ich sehen

Einheit
Klugheit
Klarheit
Weisheit
Freiheit
auf dem Weg aus der Vergangenheit

Einheit…

für Verantwortung und Deinen Geist

Den Säbel in der Hand
der Kopf will durch die Wand
Du suchst das andere Boot
das Menschen befreit aus höchster Not
Komm aus dem Schatten vor
und singe mit dem Chor
es ist noch nicht zu spät
doch keiner weiß, wie es weitergeht

Einheit…

Viele ziehn vorbei
und üben den Vergeltungsschrei
Wut und Verzweiflung kann ich sehen
kann ich sehen

Einheit…


Interpretation:

Joachim Witts Titel „Einheit“ hat direkten Bezug zur aktuellen politischen Situation in Deutschland. „Hochmut kommt vor dem Fall“ – ein kurzer Einleitungssatz zur Kanzlerin, die mit ihrer Art, die Menschen vor vollendete Tatsachen zu setzen und ihre Meinung als die einzig wahre und mögliche zu präsentieren (alternativlos) längst verspielt hat.
Die hohe Zahl der in Deutschland und anderen europäischen Ländern ankommenden Flüchtlinge bringt selbst die träge deutsche Herde in Bewegung. Dabei sehen auch rechte Geister ihre Chance und schüren Angst und Fremdenhass. („Signale überall“, „die Worte werden rauh“, „den Säbel in der Hand, der Kopf will durch die Wand“, „Viele ziehn vorbei und üben den Vergeltungsschrei Wut und Verzweiflung kann ich sehen“)

Dieser rapiden Entwicklung stehen viele hilflos und eingeschüchtert gegenüber („die Lage angespannt, die Angst hetzt durch das Land, die Menschen atmen schwer und stehen verloren im Fahnenmeer“) die im Zwiespalt sind zwischen Angst und Hilfsbereitschaft („Du suchst das andere Boot, das Menschen befreit aus höchster Not“). Ohne eine scheinbare Lösung oder gar ein „Happy end“ zu präsentieren („doch keiner weiß, wie es weitergeht“), ruft Joachim diese Menschen auf, sich zu zeigen und gemeinsam zu agieren („Komm aus dem Schatten vor und singe mit dem Chor, es ist noch nicht zu spät“).

Für diese Menschen, denen ethisch vertretbares Handeln wichtiger ist als ihrer Angst nachzugeben, wünscht sich Joachim Witt Einheit, Klugheit, Klarheit, Weisheit, Freiheit – auf dem Weg aus der (rechten) Vergangenheit.

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