"Tag für Tag verschwindet Glück ins trübe Licht ich kann mich nicht gewöhnen - und trotzdem lebe ich" - (Tag für Tag |Thron | 2016 )

Rain from the past | Text / Lyrics | Joachim Witt, Album Thron

Ich singe dir noch ein Wiegenlied
Wehmut liegt dunkel über dem Land
Ich fühl es in diesem Augenblick
Tonnen schwer drückt es die Welt an die Wand

Die Sonne sendet ihr Lichtsignal
ganz egal; keiner sieht ihr mehr zu
Die Menschheit probt ihren Todesfall
schmerzverzerrt ringt sie um den Verstand

Wer will das noch sehn
wer will das verstehn
wer hat noch den Mut, es zu dreh’n ?

Rain from the past

Rain from the past

Die Nacht verwandelt den Tag zurück
ungebremst stürzen wir so in das Tal
Die Haut wird grau und verändert sich
endgültig wird das Leben zur Qual

Will ich das noch sehn
will ich das verstehn
wer hat noch den Mut, es zu dreh’n

Rain from the past

Rain from the past

Die Wunde blutet im Abendwind
jeder weiß, Hilfe ist nicht mehr da
Aus Worten spricht schon der Pulverdampf
schwer verletzt holt mich der ewige Schlaf

Rain from the past

Rain from the past

2x Frau:
…und immer wieder kehrt er zurück
legt sich auf uns und tötet das Glück…


Rain from the past schildert ein Szenario vor einem Krieg. „Ich singe Dir noch ein Wiegenlied“ – Trost und Beruhigung als letzte Handlung vor dem unausweichlichen, dass bedrohend erkannt wird und nun nicht mehr zu ändern ist (Wehmut liegt über dem Land) Das eigene Leben und das der gesamten Umgebung, die eigene Lebenswelt geht erkennbar dem Ende zu (Tonnen schwer drückt es die Welt an die Wand)
Hoffnungsschimmer sind kaum mehr wahrnehmbar (Die Sonne sendet ihr Lichtsignal) und werden im Chaos derer, die versuchen, der Vernichtung irgendwie zu entgehen oder sie zu ignorieren, nicht mehr beachtet (keiner sieht ihr mehr zu). Durch die ersten schmerzlichen Auswirkungen des Krieges kommt die erschrockene Erkenntnis, nicht gehandelt zu haben, es zugelassen zu haben (Die Menschheit probt ihren Todesfall – schmerzverzerrt ringt sie um den Verstand).

Durch die Medien abgestumpft (wer will das noch sehen), als unlogisch in Zweifel gezogen (wer will das verstehen) und zur Untätigkeit dressiert (wer hat noch den Mut, es zu drehn) stellt sich die Frage nach der Verhinderung des scheinbar unausweichlichen.

Der Regen aus der Vergangenheit dient als Symbol für ein wiederkehrendes Ereignis, dass Trauer und Tränen mit sich bringt.

Nach einer Zeit des Friedens kommt der Krieg (die Nacht verwandelt den Tag zurück), der mit aller Härte treffen wird (ungebremst stürzen wir so in das Tal). Für Menschen, die den Zenit des Lebens bereits überschritten haben, wird die beklemmende Vermutung, einen neuen Frieden nicht mehr zu erleben, mit jeder Sekunde wahrscheinlicher und lässt sie noch schneller altern. Mangels Hoffnung auf positive Momente wird der Rest des Lebens kaum ertragbar (die Haut wird grau und verändert sich, endgültig wird das Leben zur Qual).

In einem Moment der Ruhe wird klar das eigene nahe Sterben betrachtet (die Wunde blutet im Abendwind, jeder weiß, Hilfe ist nicht mehr da). Der letzte Blick auf die Welt ist durch den drohenden Krieg vergällt (aus Worten spricht schon der Pulverdampf) und wird als zusätzliche und entscheidende Verletzung der Seele wahrgenommen, die letztendlich zum Tode führt (schwer verletzt holt mich der ewige Schlaf).

Der sich immer wiederholende Krieg in der Geschichte der Menschheit, symbolisiert als „Rain from the past“, tötet nicht nur Menschen, sondern „das Glück“. Denn selbst wer den Krieg überlebt, hat seelische Wunden durch Verluste von Familie und Freunden, erlittenes Leid, Verletzungen, Hunger oder Heimatlosigkeit, die ein unbeschwertes Leben über Generationen kaum noch möglich machen (und immer wieder kehrt er zurück, legt sich auf uns und tötet das Glück).

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