"Wirtschaftsmagnaten steuern die Staaten und erziehen sich langsam Konsumpsychopathen" (Silberblick 1980)

PBB Abschluß: Joachim Witt, kranker Kämpfer in der Kanalisation

Joachim Witt PromiBB Kanalisation… und dann fiel er ab: Nachdem Joachim die erste Zeit komplett im Luxusbereich verbringen konnte, wurde er vom großen Bruder via Blitzvoting in den Keller geschickt. Freiwillig? Never…! Dann eben unfreiwillig. Schließlich soll jeder mal in den Genuß kommen, die sozialsten Bewohner des BB-Hauses kennenzulernen: Die Kanalratten. Leider kam niemand auf die Idee, die possierlichen Tierchen mal mit einem Stück Möhre zu beglücken. Sie fanden generell kaum Beachtung – machten sich aber auch nicht weiter bemerkbar.

Wo versteckt sich Gott?

Das fragt sich sicherlich so mancher, der in unserer Gesellschaft ganz unten gestrandet ist. In Klamotten, die irgendwo zusammengesucht sind, weder richtig passen noch modisch oder chic und vom persönlichen Geschmack Lichtjahre entfernt sind. Dazu noch eine angeschlagene Gesundheit, stickige Luft und triste Umgebung. Der Mensch leidet. Oben wird gefeiert. Eben gehörte man noch dazu – oder doch nicht? Minuten später ist man schon vergessen, steckt fest in einer scheinbar ausweglosen Situation. Seele im Sinkflug. Die anderen sind schon länger unten, haben sich in der Situation eingerichtet. Eine Matratze bekommt der nicht. Düstere Zeiten.

Am Boden angekommen

„Wenn meine Fans mich so sehen, wissen sie, was sie tun müssen“ – Die Kanalkeule hat zugeschlagen und heftig getroffen. Es reicht, genug! Doch als Kämpfer mit Lebenserfahrung, der mehr als einmal Höhen und Tiefen durchschritten und durchlitten hat, entwickelt Joachim schnell den gesunden Widerwillen, sich nicht unterkriegen zu lassen und kämpft, jedoch nicht mit anderen um wieder nach oben zu kommen, sondern mit sich selbst, um mit der Situation klar zu kommen. Nach wenigen Stunden hat er diesen Kampf für sich entschieden.

Supergestört und superversaut

Die nächste Challenge um den Aufstieg zeigt eindrucksvoll – wie von Big Brother angekündigt – wer Teamplayer oder Egoist ist. Ein Mathematisch schnell zu überschlagendes Spiel. 100 Chips für 4 Leute – das macht pro Nase 25 Chips. Wer mehr als 25 setzt, nimmt einem anderen seine Chance. Soweit die Rechnung für oben. Die Rechnung für unten sieht anders aus. Da muss es klar sein, dass einer „geopfert“ werden muss. Mit seinem zurückhaltenden Einsatz von 4 Chips (!) setzt Joachim – der Einzelgänger – ein mehr als deutliches Zeichen und ebnet den Weg, so dass alle anderen drei seines Teams eine gute Chance auf den Aufstieg haben. Kontrastreich setzt sein Gegenüber, der Sportler mit Mannschaftsgeist (so sollte man meinen) deutlich mehr als seine 25 Chips und bringt die Nachfolgenden in die Bredouille und geht als gefeierter Sieger der Challenge wieder nach oben. Ein Aspekt, den im Nachhinein niemand mehr beachtet – auch die nicht, die Nutznießer von Joachims Geste geworden sind. Aber uppps… das ist ja nur eine gewesen! Somit hatten die beiden Nachfolgenden wieder die A…karte und konnten nicht mehr erkennen, was gelaufen ist. Natascha – „Teamplayer“ aus der Basler -Clique. Jetzt weiß man also, wohin einen asoziales Verhalten bringt. Richtig. Nach München Grünwald.

Der Verlierer

Noch einen Tag kann Joachim der Dauernominierung standhalten, dann verlieren seine Fans das Duell des Dauertelefonierens. Einige werden wohl eine gesalzene Rechnung erhalten, hätten ihn doch alle gern auf dem „Thron“ gesehen, als Gewinner. So ist er einer der vielen Verlierer des Spiels. Verlierer? Was hat er verloren? NUR DAS SPIEL. Seine Würde, seinen Anstand und sein feines Gespür für Gerechtigkeit hat er behalten. Den Respekt, den ihm seine Fans entgegenbringen, sowieso. Gewonnen hat er an Erfahrung, Selbsterkenntnis und vielleicht die Aufmerksamkeit des ein oder anderen Menschen, der ähnlich denkt und handelt. Denn dringend ist nun mal der Schulterschluss gegen der Werte Wertverlust.

Fazit

Ein Experiment geht zu Ende. Meine Meinung zu Big Brother hat sich in einigen Bereichen verändert. Was man daraus macht, hängt sicherlich auch vom Betrachter ab. Die Erkenntnisse sind nicht unbedingt neu, aber die Posse im Kleinen bestätigt die Sicht auf das Große. Veränderung muss von unten kommen, oben denkt nicht mal darüber nach und lässt es sich gut gehen.

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