"Ich grab´ meinen Kopf in die Erde ein Und laß meinen Geist in den Sternen sein Ich heb´ mein Gesicht aus dem Mutterdreck Und blas´ mit dem Wind meinen Körper weg" (Edelweiss 1982)

Der Musiker

Joachim Witt ist ein Chamäleon des Deutschrock. Nach den psychedelischen Siebzigern und dadaistischen Achtzigern hat der Hamburger Künstler in den späten neunziger Jahren ein neues Kapitel seiner inzwischen 30-jährigen Karriere aufgeschlagen. Zum linken Kosmopolit gereift, positioniert er sich als Grossfürst einer emotionalen Apokalypse und erreicht mit der Werkreihe Bayreuth höchstes künstlerisches – und nicht zuletzt kommerzielles – Niveau .

Die Botschaft dieses ambitionierten Zyklus beweist vom ersten Takt Mut zur Kontroverse. Als geistiger Erbe der Romantiker des frühen 19. Jahrhunderts streitet er für die Identifikation mit der deutschen Kultur. So entfachte „Bayreuth I“ prompt eine Diskussion über den aufkeimenden Teutonenrock. Doch Nationalismus ist des Herrn Witt Sache nicht: „Bayreuth II“ zitiert naturalistische Elemente mit organischen Kompositionen.

Nun, fünf Jahre später, wird das gross angelegte Konzept fortgeführt. Die skizzenhaften Alben „Eisenherz“ und „Pop“ haben bereits angedeutet, dass Witt seine Sichtweise um politische und philosophische Facetten erweitert hat. Aus dem Dichter ist ein Denker geworden – der mit „Bayreuth III“ den grünen Hügel wieder gewaltig beben lässt.

(Elmar Klemm)

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